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merkaii

Elite Clubber

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"Sinnlose" Gesetze befolgen?
(gelesen 5831 x)  

20.12.2004 21:00:55
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Ich frage mich gelgentlich ob es sinn macht, dass ein Gesetz ein Gesetz ist und somit schlicht und ergreifend GILT.
Das fängt bei einfachen Dingen an. zB:
Über eine Rote Ampel gehen. Es ist mitten in der Nacht, weit und breit ist kein Auto zu sehen. Steht aber im Busch ne Streife, die ne Radarfalle aufgestellt hat und erwischt mich, muss ich mir in jedem Fall zumindest nen Dummtext anhören, wahrscheinlicher aber blechen.
Fahren in der Fussgängerzone. Ich muss morgens um halb 9 durch die Fussgängerzone. Bis 8 sind Radfahrer frei und trotzdem kein Mensch auf der Straße ist bin ich dran, wenn ich erwischt werde.
Das ganze ließe sich damit fortsetzen, dass ich dran bin, wenn ich mir gemütlich auf der Terasse ne Tüte reinzieh...
In solchen Fälle frage ich mich, warum der gesunde Menschenverstand, der zumindest mir sagt: "Es ist bekloppt bis nach Meppen hier jetz 2 Minunten zu warten bis es Rot wird" oder "Hier ist keiner den ich anfahren könnte" oder "Wir wissen hier was wir tun und schaden keinem" gesetzlich keinen Deut zählt
Ich wollte das ganze zuerst in den Politik-Club tun, aber habe mich dann für den Philo entschieden, da die politische, also die Gesetzeslage ja klar ist, was man davon hält, aber wohl weniger. Also, lets get it on!

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Locutus

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"Sinnlose" Gesetze befolgen?
(gelesen 3587 x)  

20.12.2004 21:22:58
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Das Ganze ist schon sehr zwiespältig.

Einerseits hat uns das strikte befolgen von Ver- und Geboten schon öfters in schlimmste Situationen gebracht, andererseits ist es schwer sich darauf zu einigen was "Naturrecht" ist (bzw. ob es so etwas überhaupt gibt). Wenn man sagt jeder müsse gegen Gesetze vorgehen, die seiner Meinung nach gegen Grundrechte verstoßen, dann kann man somit fast alles rechtfertigen.

Das sind jetzt natürlich etwas weitergehende Beispiele als deine, aber wenn du z.B. die Regel "bis 8 Uhr für Radfahrer frei" in "für Radfahrer frei, solange keine Gefahr für Fußgänger besteht" änderst, dann ist es wieder Auslegungssache. So einfach man es sich manchmal vorstellt, gehen die Meinungen was man dem gesunden Menschenverstand nach machen sollte doch auseinander.

Wenn wir das Beispiel nehmen, dass die Polizei es durchgehen lässt, wenn du bei Rot über eine Ampel fährst. Dann versucht der nächste vielleicht am Tage über diese Ampel zu fahren, weil er meinte trotz rot, wäre die Straße frei genug.

Ich habe ja mal irgendwo gelesen, dass Klischee eines Deutschen im Ausland ist ein Mensch, der um 3 Uhr Nachts in einer völlig menschenleeren Gegen vor einer roten Fußgängerampel steht und wartet.

Verhältnisse wie z.B. in Italien wo man angehupt wird, wenn man an einer roten Ampel hält und ein Zebrastreifen meist nur der Straßenverschönerung gilt, möchte ich aber auch nicht haben.

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MasterNinja

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"Sinnlose" Gesetze befolgen?
(gelesen 3554 x)  

20.12.2004 23:05:23
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Gerade als eingefleischter Fahrradfahrer (bin ja Münsteraner) sehe ich die meisten Verkehrsregeln nach folgendem Prinzip: Sie sind ein Hilfsmittel, grobe Richtlinien, aber kein Gesetz. Natürlich ist es Gesetz, aber ihr wisst, wie ich es meine. Zu Fuß ist es ja ähnlich.

Beispiel 1: Baustelle, Radfahrer werden auf Gehweg geleitet und es steht "Radfahrer absteigen". Der GEhweg ist ca.3 Meter breit und auf dem ganzen Stück gibt es einen Hauseingang. An der Hauswand stehen ein paar abgestellte Fahrräder.
Was sollte man tun: Absteigen, durch diese Passage schieben, wieder aufsteigen, weiterfahren.
Was tue ich: Langsamer fahren, links halten, auf den Hauseingang achten.
(Anmerkung: Wenn der Durchgang zu schmal oder zu unübersichtlich ist, dann steige ich ab)

Beispiel 2: Fußgängerampel ist rot, Straße ist frei und übersichtlich.
Was sollte man tun: Warten bis die Ampel grün ist (je nach Bauweise noch Knöpfchen drüclen), dann rüber gehen.
Was tue ich: schaue links, schaue rechts... husche über die strasse.
(Anmerkung: Wenn Kinder in der Nähe sind, dann tue ich das nicht. Weil ich kann nicht erwarten, dass sie bereits in der Lage sind zu differenzeiren, wann man warten muss und wann nicht. Und leiber einmal zuviel warten als einmal zu wenig)

Beispiel 3 (das beste): Ich fahre auf eine Ampelkreuzung zu. Mein Ziel liegt auf der rechts abbiegenden Straße und dort auf der linken Seite etwa 50-100 Meter von der Kreuzung entfernt. Diese Straße ist stark befahren.
Was sollte man tun: rechts abbiegen; wenn man gegenüber vom Ziel angekommen ist, die Straße ohne Hilfsmittel wie Ampel oder Verkehrsinsel überqueren (gefährlich!) und man ist da.
Was tue ich (natürlich): ich überqeuere die Straße an der Ampel, fahre dann auf der linken (also falschen) Seite in Richtung des Ziels. Achte natürlich auf Fußgänger und entgegenkommende Radfahrer. Komme dann schnell und ohne Riskio ans Ziel.
(Anmerkung: Wenn mich dann ein Schnittlauch anhält, dann erklär ich ihm die Situation allerdings auch. Hilft zwar nix, aber er hat wenigstens schlechtes Gewissen. Aber wer weiß, vielleicht hilfts ja.)

Natürlich gibt es Bereiche, wo man nicht gut selbst abschätzen kann, ob man ein Gesetz jetzt befolgen sollte oder ob es an dieser Stelle nicht greift, da es sinnlos ist. So zum Beispiel beim Autofahren. Außerdem gibt es natürlich Gesetze, die man nicht anzweifeln kann. Da brauche ich jetzt auch nicht nennen, was es ist, es kennt jeder.

Zum Thema Cannabis könnte ich sicherlich nen ganzen Roman schreiben, aber das lasse ich jetzt hier, damit dieser Post nicht zu einer Legalisierungsdebatte ausartet. Wer etwas darüber wissen will, dem lege ich diese Website nahe, ich gehe auch in meinen Ansichten weitgehend konform mit den Argumenten und Vorschlägen, die dort angeführt sind.


MASTERNINJA


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Rynnertau

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"Sinnlose" Gesetze befolgen?
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24.12.2004 19:26:48
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Frohes Fest!

Ich habe in meinem Leben mehr Gesetze brechen müssen, als manchem anderen lieb gewesen wäre, um so leben zu können wie ich es will und richtig finde.

Die Polizisten auf der hiesigen Wache kennen mich schon bestens und ich sie *g*.
(Gruß an Polizeiobermeister Hannerbach, hoffentlich sind die Plätzchen was geworden!)

Unterordnung in ein diktiertes System ist mir schon als Kind im Kindergarten auf den Geist gegangen... bis man mich zur Strafe rausgenommen hat *g*.
Nein, Du isst dein Brot JETZT!

Gerade wenn es um unsinnige Gesetze geht, die von Situationen abhängig und nicht allgemein gültig bleiben.
Das ich keinem etwas klaue ist wohl klar, aber zu meinem eigenen Nutzen etwas zu tun, was niemandem etwas nimmt, ist in Ordnung.
In einem Waldstück übernachten... ne Bisamratte fangen und braten; ein paar alte Kartoffeln vom Feld auflesen oder in nem Tümpel schwimmen... ist aber alles verboten *pfui-schäm*

Gibt genug Gesetze in der Welt, die Leute einengen und ihnen ihre freien Rechte nehmen. (Kopftuchplicht, Schwulen- und Tierehenverbot, Sprachverbot bei Frauen, etc.)

In diesem Sinne geht es uns hier in Deutschland (noch) gut. Nicht zuletzt, weil wir es uns aussuchen können ein Gesetz zu befolgen oder es bleiben zu lassen.
Nur eines sollte man dann aber auch machen... man sollte zu dem Gesetzesbruch stehen und die Konsequenz tragen... zumindest bei sinnigen Gesetzen.

So, hier werden jetzt die Knochen ausgepackt...
Grüße, Rynn.

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Wurstie

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25.12.2004 12:10:43
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Dazu passend ist doch der aktuelle Fall Daschner.
Ein Vize-Polizeipräsident der angeordnet hat einem Entführer Folter anzudrohen, damit der den Aufenthaltsort des entführten Kindes verrät und man somit sein Leben retten kann.
Zitat:
Die Anklage gegen ihn lautet auf schwere Nötigung unter Missbrauch seiner Befugnisse und seiner Stellung als Amtsträge


Zitat:
Frankfurt (Reuters) - Der ehemalige Frankfurter Vize-Polizeipräsident Wolfgang Daschner ist wegen der Gewaltandrohung gegen den Entführer des elfjährigen Bankierssohnes Jakob von Metzler verwarnt worden und muss im Wiederholungsfall mit einer Geldstrafe rechnen. Er ist damit nicht vorbestraft.


Das Urteil ist also äußerst milde, er hätte mit bis zu 5 Jahren Haft rechnen können. Der Richter hat mE eingesehen, dass eine Missachtung des Gesetzes und der Vorschriften in diesem Falle Gerechtfertigt seien. Mir scheint die Geldstrafe auf Bewährung (also die er nur im Falle einer erneuten Verurteilung bezahlen müsste) ist bloß eine Ahndung des Missbrauches seiner polizeilichen Macht, nicht aber der Missachtung des Grundgesetzes. Daschner wird voraussichtlich nichtmal seinen Polizeidienst quitieren müssen, soweit ich weiß ist er innerhalb Frankfurts versetzt worden. Wenn man das mal reduziert:
Ein Polizeipräsident hat das Menschenrecht des Kindes über das Menschenrecht des Entführers gestellt, was er eindeutig nicht darf. Er darf es nicht, ein klarer Gesetzesbruch. Aber die Situation hat es erfordert.

Allerdings unterscheidet sich eine Situation die einen Gesetzbruch erfordert von einer, in der ein Gesetzbruch (ohne Kläger) keine Folgen hätte. Ich bleib da bei meiner Devise: Wo kein Kläger, da kein Richter.
Nicht erwischen lassen, aber mit Konsequenzen rechnen. Wenn einem etwas passiert (e.g man wird angefahren) darf man sich nicht auf das System berufen (Versicherung zahlt nicht), denn man bewegt sich ja außerhalb des Systems.

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wibo

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"Sinnlose" Gesetze befolgen?
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15.01.2005 14:21:15
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gesetze sind dafür da die dummen unter uns zu schützen und andere leute zu schützen vor hinen. die leute die wenn man ihnen es nicht sag andere leute verletzen, töten oder sonst was machen. es gibt regelungen die sind einfach gemacht worden damit die menschen eine anleitung haben was dürfen wir und was nicht. teilweise weiß man ja nicht mal was man darf nur was man nicht darf. sie sind einfach da um die gesellschaft zu formen und sie auch entstehen zu lassen. problem ist ja auch die exikutive. die haben nichts besseres vor als in fußgängerzonen zu lungern und dir deine wohlverdiente tüte am abend wegzuschnappen. es gibt deutlich schlimme dinge die man eigendlich verhindern sollte und auch könnte. frage der verhältnismäßigkeit. wenn du dir 1g graß holst weil du dir abends einen kiffen willst damit du schön schlafen kannst, ist meiner meinung nach legal. kaufst du 1kg und verkaufst du das ist das meiner meinung nach illegal weil du anderen damit schadest. zu diesem bespiel holland da ist es legal. obs gut ist oder nicht ist die frage. gesetzlich erlaubt und gesellschaftlich auch anerkannt. zu 80% sind so kleine "delikte" einfach nur haarspalterei. wenn aber wirklich mal was passiert dann bist du natürlich am arsch wie man so schön sagt problem liegt teilweise auch an deutlschand. man nimmt keine rücksicht und man paßt auch nicht auf. in holland gibts mehr fahrräder als menschen ( glaube ich ) und ab und zu wird auch ein fußgänger ( oder ein fahrradfahrer von einem auto ) angefahren aber bestimmt nicht so oft wie bei uns. frage liegt an der metaliät. in italien, spanien, frankreich da sind ampeln nur verzwierungen. da wird kunterbund über rot gefahren und die statistik besagt weniger tot mehr blechschäden. die deutschen haben es in sachen recht und verhalten nicht so raus. jeder will sein recht und einer für alle und alle für mich. so in der art. in den slavisch sprachigen ländern und auch in asien werden bespielsweise polizisten bestochen von jeder altersgruppe. wenig einkommen da schaut man gerne weg.

zum schluß nur. ca 60% der gesamten rechtsliteratur und rechte, der ganzen welt, sind auf deutsch verfaßt.

mfg

leto

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Jack's smirking revenge

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15.01.2005 17:26:33
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@Wurstie:

M.E. ist der Daschner-Fall nicht wirklich für eine solche Betrachtung geeignet (mag allerdings auch daran liegen, daß ich ihn für ein Fehlurteil halte).

Zur Klarstellung aber:

Der Bruch eines Gesetzes kann niemals gerechtfertigt sein - handle ich nämlich gerechtfertigt, so breche ich kein Gesetz (da das Gesetz kein gerechtfertigtes Verhalten verbieten kann).

Eine "Stufe" darunter wäre - im strafrechtlichen Sinne - die Entschuldigung. Hier habe ich ein Gesetz gebrochen, werde aber nicht bestraft, weil man an meine Handlung keinen Schuldvorwurf (sehr wohl aber einen Unrechtsvorwurf) knüpfen kann.

Noch weiter darunter angesiedelt ist der Strafverzicht - hier erfolgt ein Schuldspruch, jedoch mangels Notwendigkeit kein Strafausspruch (nur ganz selten möglich - z.B. bei einer rechtzeitig korrigierten Falschaussage vor Gericht).

Innerhalb dieses Dunstkreises finden sich auch die Einstellung wg. Geringfügigkeit, Zahlung einer Geldbuße etc. - hier wurde ein Gesetz gebrochen, der Schaden ist jedoch äußerst gering.


Daschner hat nichts hiervon erhalten - er hat rechtswidrig und schuldhaft gehandelt. Auch von einer Strafe wird nicht abgesehen - sie wird verhängt, aber zur Bewährung ausgesetzt.

Auch die Aussage mit dem angeblich nicht erfolgten Verstoß gegen das GG ist unrichtig - streng genommen basiert jedes einzelne Gesetz auf den Vorschriften des GG (und zwar nicht nur formell - es ist die Ausprägung der einzelnen GG-Bestimmungen), da es ohne diese Absicherung schlicht und einfach nichtig wäre (ergo: Ein Gesetz, daß keinen Anhalt im GG findet, muß nicht beachtet werden und hat keinerlei Konsequenzen für mich).


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MasterNinja

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15.01.2005 18:21:00
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Zitat:
Ein Gesetz, daß keinen Anhalt im GG findet, muß nicht beachtet werden und hat keinerlei Konsequenzen für mich


Was bedeuten würde, dass man Marihuana besitzen dürfte. Dem ist aber nicht so. Ganz im Gegenteil, Grundsätze aus dem Grundgesetz werden durch das Kiff-Verbot verletzt.


15.01.2005 18:22:22: Dieser Beitrag wurde editiert, von MasterNinja

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Wurstie

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15.01.2005 18:54:33
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Zitat:
Der Bruch eines Gesetzes kann niemals gerechtfertigt sein - handle ich nämlich gerechtfertigt, so breche ich kein Gesetz (da das Gesetz kein gerechtfertigtes Verhalten verbieten kann).


Ich trenne Recht und Gerechtigkeit sehr strikt von einander.
Summum ius, summa iniuria. Höchstes Recht, höchste Ungerechtigkeit.
Das Recht ist nicht da um Gerechtigkeit zu schaffen, es schafft Ordnung!
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Wenn ich Gerechtigkeit schaffe, schaffe ich absolutes Chaos, das ist klar;
jedem das seine! Des heißt Gerechtigkeit wollen und das Chaos erreichen -Nietzsche.
Wenn ich recht handle heißt es nicht das ich gerecht bin, und umgekehrt. Also kann ein Gesetzbruch durch aus Gerecht sein.
Also arbeitet das Gesetz indirekt gegen die Gerechtigkeit und für die Ordnung, indem es die Allgemeinheit zufrieden stellen soll und nicht den einzelnen.

Zitat:
wenn du dir 1g graß holst weil du dir abends einen kiffen willst damit du schön schlafen kannst, ist meiner meinung nach legal. kaufst du 1kg und verkaufst du das ist das meiner meinung nach illegal weil du anderen damit schadest.

Und was wenn der Mensch der 1 Kilo kauft es in 1gramm Päckchen an andere verkauft? Ist das dann legal? Wieso sollte derjenige der ein Kilo oder eine Tonne kauft automatisch jemandem schaden?
Und wenn du sagst das es eben keiner mehr verkaufen darf, woher bekommst du dann dein wohlverdientes legales gramm?
Du siehst, Gerechtigkeit ist absolutes Chaos.
Und Recht schafft Ordnung, dafür nehmen wir sogar die Knechtschaft in Kauf. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahingestellt.

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Jack's smirking revenge

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15.01.2005 19:00:01
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@Masterninja:

ad 1:
Der Konsum von Marihuana ist in Deutschland nicht verboten, lediglich der Besitz. Dies ist ein kleiner, aber nicht unbeachtlicher Unterschied - man kann auch MJ rauchen, ohne gleichzeitig MJ zu besitzen.

Das Grundgesetz auszulegen ist eine Wissenschaft - die nicht argumentativ untermauerte Behauptung, eine Vorschrift des BtMG verstieße dagegen, ist recht gewagt.

Grundsätzlich gilt: Der Besitz/Konsum von MJ fällt für Normalsterbliche unter keine spezielle Grundrechtsregelung, sondern ist lediglich von der allgemeinen Handlungsfreiheit erfasst. Er befindet sich also in der Gesellschaft von "tanzen im Regen" und "erschießen seiner Mitbürger nach Lust und Laune" - allein gedeckt von "der Freiheit, tun und lassen zu dürfen, was man will".

Daß hier Einschränkungen nötig sind, ist m.E. unbestreitbar - ob MJ von diesen Einschränkungen erfasst sein soll, ist dagegen eine sehr diffizile Frage. Ich bin ebenfalls der Ansicht, daß in der Endabwägung die Freiheit des Einzelnen gegenüber den abstrakten Schutzbedürfnissen der Gemeinschaft und einem paternalistischen Schutz vor der eigenen Freiheit Vorrang genießt und daher das Verbot von MJ im Endeffekt nicht oder nur schwer haltbar ist - das ist aber nicht zuletzt eine rechtspolitische Entscheidung.

Darüber zu entscheiden hat einerseits der Gesetzgeber als politische und das BVerfG als juristische Instanz - jedenfalls das Verfassungsgericht ist prima facie eher berufen und in der Lage als ich, über die Verfassungskonformität eines Gesetzes zu urteilen. Die eindeutige Feststellung, das BtMG sei (teilweise) verfassungswidrig vermag ich jedoch nicht zu treffen.


Ansonsten bliebe noch ein Verstoß gegen den Gleichheitssatz - der hilft aber nicht zwingend weiter. Würde ein solcher Verstoß festgestellt so bestünde die Gefahr, daß der Gesetzgeber in einem Aufwasch jegliche "Drogen" (inkl. Alkohol und Nikotin) verbietet - und schon wäre die Ungleichbehandlung beendet.


Insofern: Vorsicht. Man mag verschiedene Meinungen guten Gewissens vertreten, eindeutige und zutreffende Urteile zu fällen aber ist nicht ganz einfach.

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MasterNinja

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Zitat:
Und wenn du sagst das es eben keiner mehr verkaufen darf, woher bekommst du dann dein wohlverdientes legales gramm?


von einem Händler mit entsprechender Lizenz! Langsam scheint sich das doch zu einer Legalsisierungs-Debatte zu entwickeln, erst wollte ich dem ja aus dem Wege gehen.
Eine Legalisierung von Cannabis bedeutet nicht, dass die Dealer ihre Drogen verkaufen dürfen, nein, sie dürfen es genauso wenig. Es heißt auch nicht, dass man sein Gras im Supermarkt kaufen kann wie Alkohol. Nein, es wird nur in Apotheken (wenn entsprechende Lizenz vorhanden) oder noch besser in speziellen Verkaufsstellen (z.B. Coffee-Shops) verkauft, wo das Alter (am besten direkt am Eingang, wie in Enschede) kontrolliert wird und wo es ausserdem noch kostenlose Broschüren, die über Cannabis aufklären und weitere Informationsmateriaien zum non-profit-Preis angeboten werden. (das gibt es in Holland leider nicht) Die Lizenz hat als Bedingung ein entsprechenden Lehrgang oder so etwas, ausserdem werden stichprobemmäßig Kontrollen durchgeführt, ob die Regeln (Altersgrenze, keine harten Drogen, kein Alkohol etc.) eingehalten werden.

Wer mehr wissen will, findet auf der oben von mir angegegebenen Adresse www.cannabislegal.de weitere Informationen.
Sehr beeindruckend finde ich das "Globale Cannabisregulierungsmodell 2004 "! Es klingt zwar alles sehr utopisch, aber wenn man bedenkt, dass es durchaus umgesetzt werden könnte, ist es schon etwas anderes. Das witzige daran ist, das es für alle Seiten das Beste ist, für die Nichtkiffer genau wie für die Kiffer und auch für Abhängige, die Hilfe brauchen und auch für Jugendliche, die somit besser geschützt werden, da bei einem Schwarzmarkt kein jugendschutz möglich ist.

Leider ist das Problem mehr ein politisches, es gibt viele Vorurteile (zum Teil auch berechtigte, trotzdem kann man es nicht verallgemeinern) und die Parteien fürchten um ihre Wiederwahl, wenn sie Cannabis legalisieren. Außerdem traut sich kein Land den ersten Schritt zu tun, vor den anderen in Europa. Daher sollte es vielleicht seitens der EU beschlossen werden, sofern das geht. Immer wieder wird gesagt, dass es internationale Abkommen gäbe, die einer Legalisierung von Cannabis im Wege stehen, aber das stimmt so nicht, denn diese Abkommen kann man unter Einhaltung bestimmter Fristen kündigen und außerdem kann man wieder unter Vorbehalt eintreten. Denn hauptsächlich dient das Abkommen zur Kontrolle harter Drogen.

eDIT:
Zitat:
Die eindeutige Feststellung, das BtMG sei (teilweise) verfassungswidrig vermag ich jedoch nicht zu treffen.
Sie ist schon getroffen worden, zum Teil sogar von de Verfassungsgericht. Dabei ging es aber eigentlich nur um die unterschiedliche Behandlung in den verschiedenen Bundesländern, also ein Verstoß gegen das Gleichheitsgesetz. Weiterhin wäre dein Argument, dass man alles Drogen erlauben müsste oder alle verbieten ein Denkfehler. Denn man sollte die Gefährlichkeit einer Droge, und zwar sowohl gesundheitlich als auch gesellschaftlich, abwägen. Da Alkohol erlaubt ist und Cannabis nicht gefährlicher ist als Alkohol (jaja, man kann es nicht wirklich vergleichen und blabla, aber ich sage ja nicht ungefährlicher, sondern ich sage nicht gefährlicher, also es kann auch gleich gefährlich sein), ist keine Logik im Verbot von Cannabis.

Ich frage mich, wie es möglich sein soll, Marihuana zu konsumieren ohne es zu besitzen? Soll man eine Vorrichtung bauen, wo einer einen gedrehten Joint dran befestigt und sich dann aus dem Staub macht, während die anderen, die noch da sind, dann an diesem Joint rauchen können? ist das berühren mit den Lippen auch schon Besitz? Wenn ja, reicht es ein Röhrchen daran zu befestigen, so dass man dadurch zieht? Hieße es, der Eigentum von Marihuana ist verboten, dann ist es einfacher, aber dann könnte man auch keinen mehr bestrafen, weil jeder nur sagen würde "Das ist nicht meins, ich bringe es nur jemandem" oder so. Also, wie man sieht, ist der Konsum nicht verboten und sie können es auch nicht verbieten, weil das eindeutig verfassungswidrig wäre. Aber sie haben die Gesetze so gemacht, dass ein Konsum nicht möglich ist, wenn man sich an diese hält. Es sei denn man kifft in Holland. Aber das kann man nicht gelten lassen, man kann nicht die Rechtslage in anderen, benachbarten, Ländern zur Rechtfertigung der eigenen Gesetze benutzen!


15.01.2005 19:27:32: Dieser Beitrag wurde editiert, von MasterNinja

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Wurstie

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@MasterNinja:
Ich bin nicht darauf aus gewesen zu zeigen das eine Legalisierung von Canabis o.ä. Sinn hat oder nicht, ich wollte nur zeigen das Gerechtigkeit und Recht in ständigem Konflikt stehen. Ob leute Kiffen dürfen oder nicht ist mir sowas von egal, genauso wie das Rauchen und das Trinken von Alkohol.

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MasterNinja

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Was ich dazu sage ist, dass man versuchen sollte, den Konflikt zwischen Gerechtigkeit und Recht zu minimieren, indem man das Recht so gerecht wie möglich macht. Vielleicht erfordert das kompliziertere Gesetze. Selbst wenn dem so ist, sei's drum, ein guter Preis für die Gerechtigkeit. Doch vielleicht müssen die Gesetze gar nicht (viel) komplizierter sein, um mehr Gerechtigkeit zu ermöglichen, sondern nur anders. Vielleicht können einige sogar simpler werden, andere dafür komplizierter.

Von 90% Gerechtigkeit zu 96% Gerechtigkeit wäre z.B. ein gutes Ziel, aber man kann das ja eh nicht messen.

Aber ihr versteht, was ich damit sagen will.

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Jack's smirking revenge

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Ich persönlich bin der Ansicht, daß es "Gerechtigkeit" nicht gibt - die gewöhnliche Definition ist entweder utopisch, unvernünftig oder mißverstanden. Ich persönlich würde an die Stelle der "Gerechtigkeit" eine möglichst ideale Ausprägung des Freiheitsgedankens setzen - daber darum geht es hier nicht.

Wie konsumiere ich, ohne zu besitzen? Ganz einfach: Ich bin Besitzdiener, übe also die tatsächliche Gewalt über die Droge für eine andere Person aus, wobei ich ihren Weisungen unterworfen bin. Problem: Der Weisungsbefugte ist dann Besitzer - und das ist wiederum strafrechtlich recht ungesund für ihn (man mag den Gedanken weiterspinnen, was passiert, wenn er schuldunfähig ist - ich warne aber dringend davor, von nun an 12-jährige mit euren Drogen auszustatten... ;-)). Insofern: Keine Lösung für den regelmäßigen Eigenkonsum, aber doch recht hilfreich, wenn doch einmal die Herren in Grün auf dumme Gedanken kommen und einen trauten Sitzkreis sprengen sollten. Nicht, daß es mich betreffen würde - aber es ist doch immer gut, sich ein paar Gedanken zu machen...

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Wurstie

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15.01.2005 20:56:59
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Ich bin zumindest der Auffassung das Gerechtigkeit nicht erreicht werden kann. Des einen Gerechtigkeit ist immer des anderen Unrecht.
Das liegt im Auge des Betrachters, alles was man erreichen kann ist Ordnung und gleichbehandlung. Aber auch Ordnung wird unterschiedlich aufgefasst und vor allem dann, wenn es ums Detail geht...
Wir alle sollten dem Chaos dankbar sein, woraus sollten wir sonst eine Ordnung schaffen

Ich denke am Ende ist jeder sich selbst gerecht und sonst niemandem.
Es ist bloß die Frage welches Bedürfnis stärker ist:
Das nach Ordnung, oder das nach Chaos.
"Knechtschaft" (die durchaus auch ihre guten Seiten hat), gegen "Freiheit" (die auch ihre schlechten Seiten hat).
Achte ich die Ordnung, oder scheiße ich auf die rote Ampel wenn keiner kommt? Das ist keine Frage die ein für alle mal beantwortet werden kann, sondern eine die sich jeder in den verschiedenen Situationen von neuem stellt.

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wrath_of_freedom

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"Sinnlose" Gesetze befolgen?
(gelesen 2581 x)  

07.08.2008 12:21:56
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Manche glauben, es sei ein Zeichen von Zivilisation, wenn eine Gesellschaft möglichst viele Gesetze und dicke Gesetzbücher hat.
Ich behaupte das Gegenteil:
Je mehr Gesetze eine Gesellschaft nötig hat, um zu funktionieren, desto verblödeter sind die in ihr lebenden Menschen.
Und so lange man ihnen ihren Alltag bis ins kleinste Detail vorschreibt, werden sie auch nie intelligenter und selbständiger werden...

Eigentlich sind Gesetze nicht Ausdruck von Zivilisation, sondern von purer Barbarei.
Echte Zivilisation würde bedeuten, miteinander in Frieden zu leben, ohne Angst, ohne Einschüchterun, ohne ständige Androhung von Strafen.
Doch dazu sind die meisten Menschen heutzutage nicht in der Lage... und sie werden es auch niemals sein, so lange man sie wie Hunde dressiert und konditioniert.

Dass die Regierung und alle, die gesellschaftlich etwas zu sagen haben, seit jeher ein Interesse daran haben, dass die Unmündigen unmündig bleiben, ist natürlich nachvollziehbar.
Schlimm ist hingegen, dass auch viele der Unterdrückten heutzutage es gut finden, dass man sie unterdrückt, dass man sie überwacht und "zu ihrem eigenen Wohl" ab und zu mal bestraft.
Würde ein neuer Hitler kommen, hätte er mit den heutigen, obrigkeitshörigen, und zu verängstigten Schafen erzogenen Menschen jedenfalls leichtes Spiel.

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