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SirSydom
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Minarettverbot Schweiz (gelesen 685 x)
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02.01.2010 14:55:04 Mitglieds-Nummer: 2164
Registriert am: 18.04.2001
BCT Survivor 2004/II, 2005
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Nein, dass kann ich nicht verstehen.
Jede Region dieser Erde hat seine individuelle Kultur, die es auch zu erhalten gilt. Natürlich nicht zu jedem Preis, aber doch.
Dies Manifestiert sich in Denkmalschutz, Naturschutzgebieten, Nationalparks, Unesco Welterbe usw.
Und zu einem mitteleuropäischem Stadtbild gehören keine Minarette, sondern Kirchtürme. Und dazu gehören läutende Glocken und kein schreiender Muezin.
In einem Kulturkreis, in dem sogar oft die Farbe von Vorgartenzäunen vorgeschrieben ist braucht man nicht ernsthaft über Minarette diskutieren.
Besonders die Haltung der Türkei, ein Staat der Mitglied in der Europäischen Union werden möchte, finde ich mehr als nur Heuchlerisch. Auf der einen Seite wird das Bauverbot von Minaretten (wohlgemerkt, NUR das Minarett, es geht NICHT um die Mosche an sich) schärfstens kritisiert, auf der anderen Seite werden in der Türkei die meisten christlichen (und auch die katholische Kirche als größte) Kirche nicht anerkannt. Neubau, ja sogar Renovierung von Kirchen wird verboten oder unmöglich gemacht, sogar enteignet.
Zitat: Menschenrechtsorganisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beurteilen die Lage der türkischen Christen als kritisch.[2] Offiziell herrscht in der Türkei Religionsfreiheit – aber noch immer gibt es zahlreiche Beeinträchtigungen, so das staatliche Verbot, Pfarrer und Religionslehrer auszubilden. Die Bürgerrechtsorganisation "Freedom House" berichtet, dass Christen, die sich in der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben bekannten, von Polizisten wegen Störung der Ordnung festgenommen wurden.[3]
Im Vertrag von Lausanne 1923, der in der Türkei bis heute gilt, wurden den Anhängern von zwei christlichen Konfessionen und des Judentums einige Minderheitenrechte zugesprochen. Demnach sind allerdings nur die Griechisch-Orthodoxe Kirche und die Armenisch-Apostolische Kirche als christliche Konfessionen anerkannt. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker wurde der Lausanner Vertrag mittlerweile durch türkische Gesetze ausgehöhlt, sodass der Gebrauch der Minderheitenrechte kaum noch möglich ist.[2]
Zu den weiterhin ungeklärten Problemen zählen die nicht mögliche Ausbildung von christlichen Geistlichen und die anhaltende Schließung des Seminars von Halki, der Rechtsstatus der nicht vom Lausanner Vertrag geschützten Kirchen, die lediglich als Vereine von Einzelpersonen existieren, sowie damit zusammenhängend der Erwerb oder Bau und die religiöse Nutzung von Immobilien. Auch die Renovierung alter Kirchen ist durch juristische Schikanen erschwert, Enteignungen von Kirchengütern noch immer Praxis. Trotz Änderungen im Bau- und Vereinsrecht gilt nach Einschätzung von Missio: Sicher auch mittelfristig nicht möglich sein wird der Bau von Gebetsstätten in Trägerschaft von Kirchen, da die Kirchen keinen Rechtsstatus haben.[4]
Theologie kann von christlichen Studenten ausschließlich noch an islamischen Fakultäten studiert werden, und Pfarrer müssen sich als Diplomaten ausweisen oder türkische Staatsangehörige sein. Christen werden gegenüber Muslimen grundsätzlich benachteiligt: Christliche Literatur wie Bibeln dürfen auf den Straßen nicht verteilt werden, christliche Straßenfeste und Prozessionen sind verboten, christlichen Rundfunksendern wird grundsätzlich keine Lizenz erteilt.[5] Anschläge auf Christen (auch auf ausländische Christen) sowie auf christliche Gebäude, hauptsächlich verübt durch nationalistische Kreise wie den Grauen Wölfen, nehmen außerdem zu.[6]
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisierte Ende 2005, dass sich die Lage der religiösen Minderheiten seit dem EU-Beschluss für Beitrittsverhandlungen eher verschlechtert habe. Unter anderem sei es der Regierung Erdoğan auch 2004 nicht gelungen, Angriffe auf Christen und Kirchen zu verhindern. Des weiteren habe die Türkei einige Zusagen an die christlichen Gemeinden nicht erfüllt. Weiter wird das harte Vorgehen gegen Autoren, Bürgerrechtler und Journalisten verurteilt, die sich um eine Aufklärung des Völkermordes an den Armeniern zu Beginn des 20. Jahrhunderts bemühen.
2006 startete die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte einen internationalen Appell unter dem Motto „Türkei: Erst die Christen vertreiben, dann in die EU?“ Darin fordert die IGFM nochmals den EU-Ministerrat auf „angesichts der negativen Entwicklung in der Türkei eine deutliche Klärung der Vorgänge in der Türkei zu verlangen und konsequent auf der Erfüllung der Kopenhagener Kriterien zu bestehen“. Der Patriarch Bartholomäus I., das Ehrenoberhaupt der rund 250 Millionen orthodoxen Christen bestätigt, dass sich die Lage der Christen in der Türkei „vom Schlechten zum Schlechteren“ wende.[7]
siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Christentum_in_der_T%C3%BCrkei |
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